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12.07.2012

Rheinhausener Funkamateure unterstützen Rheinberger Ferienprogramm für daheim gebliebene Kinder

 
Die Caritas, die Diakonie und die NRZ aus Rheinberg bieten den daheim gebliebenen Kinder 14 Tage drei Stunden täglich ein Ferienprogramm an. Es steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr ist es Amerika.
Meine Tochter arbeitet bei der Diakonie und fragte mich, wo es in Rheinberg Funkamateure gäbe, die versuchen könnten, mit Amerika während einer Veranstaltung Kontakt aufzunehmen und vor zu führen. Mir fiel keiner ein. Warum machen wir das von L20 nicht selbst?
Im unserem Vorstand fand ich Zustimmung, zwei OMs, Werner, DL5EBP, und Hans-Peter, DL9EBA, erklärten sich spontan bereit, aktiv mitzumachen.
Nun wollte ich den zuständigen OV Kamp-Lintfort nicht auslassen und habe dort unser Vorhaben per EMail bekannt gemacht und um Unterstützung gebeten, denn mit nur drei Leuten von L20 wäre das nicht zu stemmen.
Leider bekam ich weder Zu- noch Absagen. Darum entschloss ich mich, den OMs in Kamp-Lintfort das Projekt persönlich auf deren OV-Abend vorzustellen. Detlef, DH3HDW, OVV, sagte zu, mitzumachen. Er war auch überzeugt, Johannes, DK8JB, dafür begeistern zu können. Beide haben Wort gehalten und mit vollem Einsatz mitgemacht.
Mit einem Versuch, Funkkontakt nach Amerika herzustellen, der vielleicht noch nicht einmal gelingt, kann man 35 Kinder nicht drei Stunden beschäftigen. Also habe ich ein kleines Programm zusammen gestellt und vorbereitet.

Das bekannte Geschick-lichkeitsspiel "Der heiße Draht", war ein Punkt des Programms. Nur stand leider kein solches Gerät zur Verfügung. Und da wir so etwas häufiger einsetzen könnten, habe ich eines gebaut. Damit es zum Thema des Tages passte, bekam es den Namen "Die Reise nach Amerika". Eine gedachte Schifffahrt von Cuxhaven nach New York über den Atlantik durch raue See war zu überstehen. Eine Karte mit Europa, Cuxhaven, und Amerika, New York, zierte

die Oberfläche des Gehäuses. Man konnte sehen, dass es den Kindern sehr viel Spaß gemacht hat, nach Amerika zu fahren. Und damit auch die Jüngsten erfolgreich sein konnten, gab es verschiedene Schwierigkeitsstufen, auch ganz einfache.
 
Am nächsten Tisch wurden Perlenketten gefädelt. Auf einem vorberei-teten Bogen mit dem Morsealphabet malte die Kinder ihren Namen in Morsezeichen. Dann wurde dieser mit weißen und schwarzen Perlen auf einen Faden aus Sterngarn gefädelt. Den verbleibenden Raum links und rechts des Namens durfte mit bunten Perlen nach Belieben aufgefüllt werden. Diese Aktivität hat die Kinder eine ganze Wei-le beschäftigt und auch ein wenig mit den Morsezeichen vertraut gemacht.
 
Um einen Gesprächspartner in Amerika nicht lange suchen zu müssen, hatte ich Freddie, VE3MCE, angeschrieben und um Unterstützung für diesen Tag gebeten. Freddie hat sofort zugesagt. Er spricht deutsch und ist technisch sehr gut ausgerüstet, für uns also der ideale Gesprächspartner.
 
Hans-Peter, DL9EBA, und Werner, DL5EBP, wollten sich um die Antenne kümmern. Bei einer Vorbesichtigung wurde festgelegt, dass eigentlich nur ein Doppeldipol für die Bänder 15m und 20m infrage kam. Nur hatte keiner genau diese Antenne. "Bauen wir doch eine selbst, das kann doch nicht so schwer sein" meinte Werner und erklärte sich bereit, das zu übernehmen. Nach zwei Tagen intensiver Versuche, bei denen eine Menge Erfahrung gesammelt wurde, war das Gebilde fertig. Fertig aber auch nur deshalb, weil unser clubeigenes Antennenmeßgerät, ein Analyzer, zur Verfügung stand, der ganz hervorragende Dienste geleistet hat.
 
Bei Dauerregen haben die beiden eine Mast im Garten aufgestellt, sind dem Haus aufs Dach gestiegen und haben den Doppeldipol aufgehängt. Eine Mes-sung mir dem Analyzer ergab, dass die Resonanzstellen genau da waren, wo sie hingehörten. Leider waren 15m und 20m tot. Anfangs hörte man gar nichts, später nur einige Europäer mit ziemlich schwachen Signale. Wir haben trotzdem auf den verein-barten Frequenzen geru-fen, umschart von den Kindern, die auf Signale von Amerika hofften. Der Funk-wettergott war uns nicht hold. Auch weitere Versuche in 30-Minuten-Abstand waren leider erfolglos. Schade für die Kinder.
 
Erfolgreicher waren wir da auf UKW. Karl-Heinz, DK8JG, hatte sich bereit erklärt, auf 2m zur Verfü-gung zu stehen. So konnte jedes Kind mit ihm ein kurzes QSO mit dem Ausbildungs-rufzeichen DN1EBA führen. Karl-Heinz hat den Kindern geschickt einfache Fragen gestellt, so dass immer ein flüssiger Dialog zustande kam. Die Kinder waren begeistert. Fanden sie toll. Aus dem Radio sprach jemand mit ihnen!
 
Unser beliebtes "Morsen für Kinder" durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Jungen und Mädchen füllten zunächst den Morsebogen aus, sie schrieben ihren Namen in CW-Zeichen auf das Papier. Johannes, DK8JB, zeigte den Kindern dann, wie man mit einer Taste umgeht. Dann konnte jeder seinen Namen in Morsezeichen umsetzen, und wer wollte, auch mit der elektronischen Taste. Alle bekamen "Das Kleine Morsediplom" beglaubigt mit Unterschrift und unserem OV-Stempel, sozusagen "amtlich".
 
Die größte Herausforderung für die Kinder war wohl das Löten und der Zusammenbau der Morsetaste. Ich hatte vier Arbeitsplätze und 16 Bausätze vorbereitet. Auf die Lieferung "kompletter" Sätze hatte ich verzichtet, das Material, lediglich ein Teilbausatz, also unvollständig, war wenig über-zeugend, ebenso der Ton. Also wurden zunächst nur Platinen beschafft und dann nach geeignetem, preiswerten Material gesucht.
Das wurde dann bei verschiedenen Lieferanten gefunden, bestellt und dann zu Bausätzen zusammen gestellt und in hübsche, bunte Kartons verpackt, komplett bis zur letzten Schraube. Um den Kindern das Ganze etwas zu
erleichtern, wurde die IC Fassung vorab verlötet, da geht es etwas eng zu. Durch Versuche mit verschieden R- und C-Werten wurde ein einigermaßen erträg-licher Ton erzeugt. Das Holzbrett wurde so vorgebohrt, dass die Montage schließlich treffsicher durchgeführt wer-den konnte. Und das alles sechzehn Mal.
Ein Exemplar hatte ich vorher mit den Teilen aus einem Bausatz als Anschauungsmuster zusammengebaut. Daran konnten die Kinder sich dann ein wenig orientieren, wurde auch immer wieder zur Hand genommen.
Detlef, DH3HDW, und Werner, DL5EBP, haben an dieser Stelle engagiert mitgearbeitet, galt es doch den Kindern, zum Teil keine zehn Jahre alt, zu zeigen, wie man das Lötzinn an die richtige Stelle bekommt, ohne sich die Finger zu verbrennen. Sie haben es ganz hervorragend geschafft. Alle Morsetasten funktionierten, Verbandszeug wurde nicht gebraucht.
 
Ein bisschen Amerika konnten wir den Kindern dann noch mitgeben. Alle bekamen eine 120x80 cm große, zweiseitige und farbige Karte der Vereinigten Staaten, eine Spende, die ich beim Bundesminis-terium für Bildung kostenlos beschaffen konnte.
 
Alles Material für die sechzen Morsetasten, die Perlenketten und das notwendige Werkzeug habe ich im Auftrage der Veranstalter beschafft.

Gesponsert wurde diese Aktivität von verschiedenen örtlichen Einrichtungen.

Am Ende kamen die Veranstalter und die Funkamateure gemeinsam zu dem Schluss:

Es war eine gelungener Nachmittag.

Rumeln, 17. Juli 2012 Kurt Willutzki, DJ4RP

PS: Die NRZ in Rheinberg berichtete sehr ausführlich über diese Veranstaltung und über den Amateurfunk, zu sehen auf unserer Home Page www.dl-null-rn.de unter Pressemeldungen

 
DARC OV Rheinhausen L20
   
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12.07.2012

Rheinhausener Funkamateure unterstützen Rheinberger Ferienprogramm für daheim gebliebene Kinder

 
Die Caritas, die Diakonie und die NRZ aus Rheinberg bieten den daheim gebliebenen Kinder 14 Tage drei Stunden täglich ein Ferienprogramm an. Es steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr ist es Amerika.
Meine Tochter arbeitet bei der Diakonie und fragte mich, wo es in Rheinberg Funkamateure gäbe, die versuchen könnten, mit Amerika während einer Veranstaltung Kontakt aufzunehmen und vor zu führen. Mir fiel keiner ein. Warum machen wir das von L20 nicht selbst?
Im unserem Vorstand fand ich Zustimmung, zwei OMs, Werner, DL5EBP, und Hans-Peter, DL9EBA, erklärten sich spontan bereit, aktiv mitzumachen.
Nun wollte ich den zuständigen OV Kamp-Lintfort nicht auslassen und habe dort unser Vorhaben per EMail bekannt gemacht und um Unterstützung gebeten, denn mit nur drei Leuten von L20 wäre das nicht zu stemmen.
Leider bekam ich weder Zu- noch Absagen. Darum entschloss ich mich, den OMs in Kamp-Lintfort das Projekt persönlich auf deren OV-Abend vorzustellen. Detlef, DH3HDW, OVV, sagte zu, mitzumachen. Er war auch überzeugt, Johannes, DK8JB, dafür begeistern zu können. Beide haben Wort gehalten und mit vollem Einsatz mitgemacht.
Mit einem Versuch, Funkkontakt nach Amerika herzustellen, der vielleicht noch nicht einmal gelingt, kann man 35 Kinder nicht drei Stunden beschäftigen. Also habe ich ein kleines Programm zusammen gestellt und vorbereitet.

Das bekannte Geschick-lichkeitsspiel "Der heiße Draht", war ein Punkt des Programms. Nur stand leider kein solches Gerät zur Verfügung. Und da wir so etwas häufiger einsetzen könnten, habe ich eines gebaut. Damit es zum Thema des Tages passte, bekam es den Namen "Die Reise nach Amerika". Eine gedachte Schifffahrt von Cuxhaven nach New York über den Atlantik durch raue See war zu überstehen. Eine Karte mit Europa, Cuxhaven, und Amerika, New York, zierte

die Oberfläche des Gehäuses. Man konnte sehen, dass es den Kindern sehr viel Spaß gemacht hat, nach Amerika zu fahren. Und damit auch die Jüngsten erfolgreich sein konnten, gab es verschiedene Schwierigkeitsstufen, auch ganz einfache.
 
Am nächsten Tisch wurden Perlenketten gefädelt. Auf einem vorberei-teten Bogen mit dem Morsealphabet malte die Kinder ihren Namen in Morsezeichen. Dann wurde dieser mit weißen und schwarzen Perlen auf einen Faden aus Sterngarn gefädelt. Den verbleibenden Raum links und rechts des Namens durfte mit bunten Perlen nach Belieben aufgefüllt werden. Diese Aktivität hat die Kinder eine ganze Wei-le beschäftigt und auch ein wenig mit den Morsezeichen vertraut gemacht.
 
Um einen Gesprächspartner in Amerika nicht lange suchen zu müssen, hatte ich Freddie, VE3MCE, angeschrieben und um Unterstützung für diesen Tag gebeten. Freddie hat sofort zugesagt. Er spricht deutsch und ist technisch sehr gut ausgerüstet, für uns also der ideale Gesprächspartner.
 
Hans-Peter, DL9EBA, und Werner, DL5EBP, wollten sich um die Antenne kümmern. Bei einer Vorbesichtigung wurde festgelegt, dass eigentlich nur ein Doppeldipol für die Bänder 15m und 20m infrage kam. Nur hatte keiner genau diese Antenne. "Bauen wir doch eine selbst, das kann doch nicht so schwer sein" meinte Werner und erklärte sich bereit, das zu übernehmen. Nach zwei Tagen intensiver Versuche, bei denen eine Menge Erfahrung gesammelt wurde, war das Gebilde fertig. Fertig aber auch nur deshalb, weil unser clubeigenes Antennenmeßgerät, ein Analyzer, zur Verfügung stand, der ganz hervorragende Dienste geleistet hat.
 
Bei Dauerregen haben die beiden eine Mast im Garten aufgestellt, sind dem Haus aufs Dach gestiegen und haben den Doppeldipol aufgehängt. Eine Mes-sung mir dem Analyzer ergab, dass die Resonanzstellen genau da waren, wo sie hingehörten. Leider waren 15m und 20m tot. Anfangs hörte man gar nichts, später nur einige Europäer mit ziemlich schwachen Signale. Wir haben trotzdem auf den verein-barten Frequenzen geru-fen, umschart von den Kindern, die auf Signale von Amerika hofften. Der Funk-wettergott war uns nicht hold. Auch weitere Versuche in 30-Minuten-Abstand waren leider erfolglos. Schade für die Kinder.
 
Erfolgreicher waren wir da auf UKW. Karl-Heinz, DK8JG, hatte sich bereit erklärt, auf 2m zur Verfü-gung zu stehen. So konnte jedes Kind mit ihm ein kurzes QSO mit dem Ausbildungs-rufzeichen DN1EBA führen. Karl-Heinz hat den Kindern geschickt einfache Fragen gestellt, so dass immer ein flüssiger Dialog zustande kam. Die Kinder waren begeistert. Fanden sie toll. Aus dem Radio sprach jemand mit ihnen!
 
Unser beliebtes "Morsen für Kinder" durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Jungen und Mädchen füllten zunächst den Morsebogen aus, sie schrieben ihren Namen in CW-Zeichen auf das Papier. Johannes, DK8JB, zeigte den Kindern dann, wie man mit einer Taste umgeht. Dann konnte jeder seinen Namen in Morsezeichen umsetzen, und wer wollte, auch mit der elektronischen Taste. Alle bekamen "Das Kleine Morsediplom" beglaubigt mit Unterschrift und unserem OV-Stempel, sozusagen "amtlich".
 
Die größte Herausforderung für die Kinder war wohl das Löten und der Zusammenbau der Morsetaste. Ich hatte vier Arbeitsplätze und 16 Bausätze vorbereitet. Auf die Lieferung "kompletter" Sätze hatte ich verzichtet, das Material, lediglich ein Teilbausatz, also unvollständig, war wenig über-zeugend, ebenso der Ton. Also wurden zunächst nur Platinen beschafft und dann nach geeignetem, preiswerten Material gesucht.
Das wurde dann bei verschiedenen Lieferanten gefunden, bestellt und dann zu Bausätzen zusammen gestellt und in hübsche, bunte Kartons verpackt, komplett bis zur letzten Schraube. Um den Kindern das Ganze etwas zu
erleichtern, wurde die IC Fassung vorab verlötet, da geht es etwas eng zu. Durch Versuche mit verschieden R- und C-Werten wurde ein einigermaßen erträg-licher Ton erzeugt. Das Holzbrett wurde so vorgebohrt, dass die Montage schließlich treffsicher durchgeführt wer-den konnte. Und das alles sechzehn Mal.
Ein Exemplar hatte ich vorher mit den Teilen aus einem Bausatz als Anschauungsmuster zusammengebaut. Daran konnten die Kinder sich dann ein wenig orientieren, wurde auch immer wieder zur Hand genommen.
Detlef, DH3HDW, und Werner, DL5EBP, haben an dieser Stelle engagiert mitgearbeitet, galt es doch den Kindern, zum Teil keine zehn Jahre alt, zu zeigen, wie man das Lötzinn an die richtige Stelle bekommt, ohne sich die Finger zu verbrennen. Sie haben es ganz hervorragend geschafft. Alle Morsetasten funktionierten, Verbandszeug wurde nicht gebraucht.
 
Ein bisschen Amerika konnten wir den Kindern dann noch mitgeben. Alle bekamen eine 120x80 cm große, zweiseitige und farbige Karte der Vereinigten Staaten, eine Spende, die ich beim Bundesminis-terium für Bildung kostenlos beschaffen konnte.
 
Alles Material für die sechzen Morsetasten, die Perlenketten und das notwendige Werkzeug habe ich im Auftrage der Veranstalter beschafft.

Gesponsert wurde diese Aktivität von verschiedenen örtlichen Einrichtungen.

Am Ende kamen die Veranstalter und die Funkamateure gemeinsam zu dem Schluss:

Es war eine gelungener Nachmittag.

Rumeln, 17. Juli 2012 Kurt Willutzki, DJ4RP

PS: Die NRZ in Rheinberg berichtete sehr ausführlich über diese Veranstaltung und über den Amateurfunk, zu sehen auf unserer Home Page www.dl-null-rn.de unter Pressemeldungen

 











Und hier die Aktivisten:

DJ4RP, Kurt, L20
DH3HDW, Detlef, L07
DK8JB, Johannes, L16
DL9EBA, Hans-Peter, L20
DL5EBP, Werner, L20
DK8JG, Karl-Heinz, L20
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